Mittelmeerkrankheiten

Bevor einer unserer „Herzenshunde“ nach Deutschland kommt, wird er tierärztlich untersucht, geimpft, geschippt, kastriert und auf sogenannte Mittelmeerkrankheiten getestet. Ich gebe keinen Schnelltest, sondern eine umfangreiche Blutanaylse des jeweiligen Hundes in Auftrag.

Niemals werde ich wissentlich einen Hund, der an einer Krankheit leidet, in eine Familie vermitteln, ohne diese über alle gesundheitlichen Probleme zu informieren.

Selbstverständlich stellt auch die umfangreichste Blutanalyse nur den Augenblick der Blutabnahme dar. Bis zur tatsächlichen Ausreise ist das Risiko von einer infizierten Mücke gestochen oder einer Zecke gebissen zu werden natürlich nicht ausgeschlossen. Daher ist es auf jeden Fall notwendig, den Hund circa 6 bis 12 Monate nach der Adoption noch einmal in Deutschland nachtesten zu lassen.

Die Leishmaniose – das wohl größte Schreckensgespenst unter den Mittelmeerkrankheiten:

 

Darum möchte ich eines vorweg schreiben: Falls ausgerechnet Ihr „Herzenshund von Almansa“ bei der Blutuntersuchung einen positiven Leishmaniose Titer hat, sollten Sie sich davon nicht zu sehr beunruhigen lassen. Ein positiver Test bei einem gesunden Hund bedeutet zunächst nur, dass eine Infektion stattgefunden hat, er also von einer infizierten Sandmücke gestochen wurde. Es ist nicht gleichbedeutend mit einer Erkrankung. Das Immunsystem des Hundes beginnt nach dem Stich der Mücke zu arbeiten, wobei die Arbeit darin besteht, so genannte Antikörper zu bilden. Diese Antikörper sollen die Parasiten – also die Leishmanien - abtöten. Bei dem Bluttest werden genau diese im Blut zirkulierenden Antikörper gemessen. Sind also Antikörper vorhanden ist das Testergebnis positiv. Interessant ist im Grunde erst, was nach der Infektion passiert. Ist das Immunsystem nämlich intakt und stark genug, wird es den Parasiten abwehren und der betroffene Hund bleibt trotz Infektion gesund.

Ich habe immer wieder erlebt, dass infizierte Hunde, die in Spanien bei der ersten Blutuntersuchung einen positiven Titer hatten, in Deutschland bei der ersten Nachuntersuchung völlig gesund waren. Wenn Körper und Seele des Hundes sich erholen, hat auch das Immunsystem wieder sehr gute Karten, sich gegen Angreifer zu wehren.

In Almansa, in einem Tierheim, in dem die Hunde hungern und frieren und mit jedem Tag, der vergeht mehr vereinsamen, reicht diese Abwehrkraft oft nicht aus. In dem Fall werden andere Mechanismen aktiv und es beginnt ein Kampf zwischen Organismus und Erreger. Umso wichtiger ist es für die betroffenen Hunde, ein Zuhause in Liebe und Geborgenheit zu finden.

Aber was genau versteht man nun unter „Leishmaniose“?

Die Leishmaniose ist eine Infektionskrankheit, die durch einen winzigen Parasiten verursacht wird, der geraume Zeit im Organismus des Hundes leben kann, ohne dass auffällige Krankheitszeichen auftreten. Zeigen sich aber irgendwann Symptome, können diese sehr vielfältig sein. Von Hautproblemen bis zu Schädigungen von inneren Organen kann alles mit der Leishmaniose zusammenhängen. Es ist daher wichtig, die Erkrankung frühzeitig zu erkennen, um einer solchen Entwicklung vorzubeugen. Leishmanien werden durch den Biss einer Stechmücke aus der Gattung der Phlebotomen übertragen. Diese Mücke ist wesentlich kleiner als herkömmliche Stechmücken und sie ist sandfarben. Daher wird sie leicht übersehen, zumal sie sich auch nicht mit dem für andere Stechmücken typischen Surren fortbewegt.

Nur die weiblichen Mücken stechen, da sie die Blutmahlzeit für die Entwicklung der Eier benötigen. Der Leishmanioseparasit wird nur dann übertragen, wenn die Mücke zuvor einen bereits infizierten Hund gestochen und dadurch selbst aufgenommen hat. Erst nach einigen Tagen, nachdem die Leishmanien in der Mücke weitere Entwicklungen durchlaufen haben, können sie über diese Mücke auf andere Hunde übertragen werden.

Ob sich die Infektion im Organismus manifestieren kann oder nicht, hängt vom Zustand des körpereigenen Abwehrsystems des jeweiligen Hundes ab. Davon abhängig sind auch die auftretenden Krankheitszeichen. Fast jeder Hund entwickelt andere Symptome. Das „typische“ Erkennungszeichen gibt es nicht. Die ersten Anzeichen für den Verdacht auf Leishmaniose könnten sein, dass der Hund trotz gleichbleibender Nahrungsaufnahme sichtbar abnimmt. Auch Lahmheit, Nasenbluten, Augenentzündungen oder Haut- und Haarveränderungen jeder Art kommen vor. Bei der tierärztlichen Untersuchung könnten außerdem Fieber, angeschwollene Lymphknoten und/oder Organvergrößerungen entdeckt werden. Letztendlich gibt die Blutuntersuchung Aufschluss über die Erkrankung und den Zustand des Patienten. Es bleibt immer zu bedenken, dass die Inkubationszeit – also die Zeit vom Stich der infizierten Sandmücke bis zum Ausbruch der Krankheit – von 6 Monaten bis zu mehreren Jahren dauern kann!

Generell lässt sich die Leishmaniose heutzutage aber gut behandeln. Allerdings ist der Behandlungserfolg wesentlich davon abhängig, wie früh die Krankheit erkannt wird. Durch den rechtzeitigen Therapiebeginn lässt sich Leishmaniose zwar immer noch nicht heilen, aber es lässt sich ein Gleichgewicht zwischen dem Parasiten und dem betroffenen Organismus herstellen, mit dem der Hund völlig symptomfrei leben kann. Um dieses „Gleichgewicht“ durch eine genaue Medikation einzuhalten und gegebenenfalls korrigieren zu können, ist es sinnvoll, in regelmäßigen Abständen eine Blutuntersuchung des Hundes zu veranlassen.

Die Ehrlichiose - kein Grund zur Panik, rechtzeitig erkannt, heilt sie vollständig aus:

 

Die Ehrlichiose ist eine Infektionskrankheit, die über Zeckenbisse übertragen wird. Die Symptome sind sehr vielfältig und gleichen in der Tat denen der Leishmaniose. Oft kommen noch Magen-Darmerkrankungen oder Probleme mit den Atemwegen hinzu. Wird nicht behandelt, gehen die Symptome zunächst zurück, um dann in einer späteren Phase verstärkt und mit oft dramatischen Konsequenzen, wie beispielsweise Blutarmut, wieder zurückzukehren.

Die Diagnose wird ebenfalls mittels Blutanalyse gestellt. Die Ehrlichiose ist wesentlich einfacher zu therapieren als die Leishmaniose. Das Bakterium spricht auf spezielle Antibiotika an. Die Behandlung erfolgt durch Gabe des Doxycyclin über mindestens 21, besser 28 Tage. Ehrlichiose heilt, wenn sie rechtzeitig erkannt wird, vollständig aus.

Die Babesiose - genau genommen keine ausschließliche Mittelmeerkrankheit mehr

 

Überträger der Babesiose, der sogenannten Hundemalaria sind bestimmte Zecken. Durch die Vermehrung des Erregers werden die roten Blutkörperchen zerstört.

Innerhalb von 1 bis 4 Wochen nach dem infektiösen Zeckenbiss entwickelt der betroffene Hund schubweise hohes Fieber. Durch den Zerfall der roten Blutkörperchen in den Blutgefäßen kann es zu rotbraun verfärbtem Urin, Bewegungsstörungen und/oder Lahmheit kommen. Je nach Schweregrad der Symptome in dieser akuten Krankheitsphase kann der Tod des Hundes eintreten.

Ist der Hund in einer guten Abwehrlage und überwindet diese Phase, geht die Krankheit ins chronische Stadium über und die Krankheitszeichen verändern sich meistens. Anhaltendes Fieber, Appetitlosigkeit und Gelbsucht sind vorherrschend. Weiterhin können Augenprobleme und Schäden im zentralen Nervensystem bis hin zu epileptischen Anfällen auftreten. Die Diagnose wird ebenfalls im Labor durch eine Blutanalyse gestellt

Genau genommen ist die Babesiose keine Mittelmeerkrankheit mehr. Neben den seit vielen Jahren bekannten Endemiegebieten im Schwarzwald sind auch große Gebiete im Nordosten Deutschlands von der übertragenden Zecke überschwemmt.

Für weitere Informationen rund um das Thema "Mittelmeerkrankheiten" möchte ich Sie auf die Website und das Buch von Angelika Henning verweisen. Sie informiert ausführlich und  verständlich  über Entstehung, Diagnose und Behandlung der Leishmaniose, Ehrlichiose, Babesiose und Filariose.

Ihr Ratgeber sorgt für Fakten und Entscheidungshilfen fern von „Panikmache“ – aber auch fern von „Verharmlosung“.

http://www.leishmaniose-beim-hund.de/

 

http://leish.info/

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